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Berichte aus den Gemeinden
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Grundsteinlegung: Erstes stationäres Hospiz in Dessau Drucken E-Mail
Geschrieben von Franke, Klaus-Benedikt   
Freitag, 11. Mai 2007

Autor: Johannes Killyen von links: Kirchenpräsident Helge Klassohn, ein Handwerker, Pfarrer Andreas Polzin, Vorsteher der Anhaltischen Diakonissenanstalt Dessau.

Grundsteinlegung: Erstes stationäres Hospiz in Dessau

8 Plätze für sterbenskranke Menschen - Eröffnung voraussichtlich bis 1. Dezember 2007

In Dessau ist am Freitagnachmittag im Rahmen einer Festandacht der Grundstein für das erste stationäre Hospiz in Anhalt gelegt worden

. Acht Menschen sollen hier künftig in ihrer letzten Lebensphase betreut werden können. Das Hospiz in räumlicher Nähe zum Diakonissenkrankenhaus Dessau wird voraussichtlich bis 1. Dezember in Dienst genommen. In Sachsen-Anhalt gibt es zurzeit stationäre Hospize in Halle, Magdeburg und Stendal.

Der anhaltische Kirchenpräsident Helge Klassohn sagte in seiner Predigt, die Diskussion um die Legalisierung des Tötens auf Verlangen sei aus kirchlicher Sicht ein Ausdruck des Leidens an der oft unbefriedigenden Situation von Menschen in ihrer letzten Lebensphase. „Wir dürfen auf dieses Leiden nicht dadurch reagieren, dass wir das Töten legalisieren und organisieren, sondern müssen nach Möglichkeiten für ein menschenwürdiges Sterben suchen." Das Dessauer Hospiz, so Klassohn, werde „ein Ort der Nächstenliebe sein, ohne die unsere Gesellschaft den Kältetod sterben würde".

Beteiligt an der Betreibergesellschaft, der „Hospiz Anhalt Dessau gGmbH", sind neben der Anhaltischen Diakonissenanstalt (als Grundstückseigentümerin) und dem Leopolddankstift Dessau (als Bauherr) das Diakonische Werk des Kirchenkreises Dessau, die Diakoniekrankenhaus gGmbH sowie die Kanzler von Pfau'sche Stiftung Bernburg. Pfarrer Andreas Polzin, Vorsteher der Anhaltischen Diakonissenanstalt und Geschäftsführer des Diakonissenkrankenhauses, zeigte sich beeindruckt über die gute Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen bei Bau und Konzeption des Hospizes. „Es füllt eine Lücke in Sachsen-Anhalt."

Die Gesamtkosten für das Hospiz belaufen sich auf 960.000 Euro. Allein 320.000 Euro davon bringt die ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" auf. „Ohne die Unterstützung der Fernsehlotterie hätten wir dieses wichtige Projekt nicht umsetzen können", sagt Oberkirchenrat Christian von Bülow, Administrator des Leopolddankstiftes. „Deshalb bin ich auch allen Menschen dankbar, die durch den Kauf eines Loses bei der Lotterie dazu beigetragen haben." Ein weiteres Drittel der nötigen Mittel wird durch ein zinsloses Darlehen des Bundes aufgebracht, der verbleibende Betrag stammt aus Eigenmitteln des Leopolddankstiftes.

Die Kosten für den Betrieb der Einrichtung werden laut gesetzlicher Vorgabe zu 90 Prozent durch Zuwendungen von Krankenkassen und öffentlicher Hand gedeckt. Die restlichen 10 Prozent muss der Betreiber selbst oder durch Spenden aufbringen. Dabei helfen soll ein Förderkreis für das Dessauer Hospiz.

Pfarrer Andreas Polzin betonte am Freitag auch, dass die Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der stationären Hospizarbeit von großer Bedeutung sein werde. Er dankte in diesem Zusammenhang den Mitgliedern eines ambulanten Hospizdienstes in Dessau, dessen Initiative das stationäre Hospiz erst möglich gemacht habe. „Ich wünsche mir, dass das neue Hospiz ein fester Bestandteil der Sozialstruktur unserer Stadt und der Region wird - und dass damit der Gedanke der Begleitung von Sterbenden immer selbstverständlicher wird", sagte Dr. Gerlinde Otto vom ambulanten Hospizdienst.

Im stationären Hospiz Anhalt Dessau werden zu Beginn voraussichtlich 5,5 Vollkräfte angestellt sein. Leiterin der Einrichtung wird Schwester Anja Bremer. Die gebürtige Dessauerin verfügt nach Tätigkeiten in Hospizhäusern in Hamburg und Halle/Saale über eine reichhaltige Erfahrung auf dem Gebiet der Hospizarbeit. „In einem Hospiz steht der zu betreuende Mensch ganz im Mittelpunkt", sagte sie am Freitag. „Nicht das Personal gibt den Tagesplan vor, es ist der Patient."

Das stationäre Hospiz in Dessau wurde vom Dessauer Architekturbüro Bankert und Lohde als heller Bau gestaltet, in dem Hospizgäste zeitgemäß und würdig in der letzten Phase ihres Lebens betreut werden können. Die Zimmer der Gäste sind in dem tropfenförmigen Bau um die im Zentrum liegenden Arbeitsräume der Pflegekräfte angeordnet. Neben dem obligaten Verwaltungsbereich soll es eine geräumige Wohnküche, einen Raum der Stille und ein gut ausgestattetes Pflegebad geben.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 11. Mai 2007 )
 
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